Flohbekämpfung: Probleme bei der Umgebungsbehandlung

Immer wieder kommt es bei der Flohbekämpfung in häuslicher Umgebung zu unbefriedigenden Ergebnissen. Die Aufklärung der Patientenbesitzer über die verschiedenen Entwicklungsstadien der Flöhe und deren Lebensweise kann helfen, Fehlerquellen zu eliminieren. Leider haben viele Patientenbesitzer eine falsche Erwartungshaltung. Gewünscht wird eine schnelle Lösung mit durchschlagendem Erfolg, allerdings können bei sehr starkem Flohbefall auch bei optimaler Behandlung aller Haustiere sowie der Umgebung noch bis zu 8 Wochen lang lebende Flöhe auftauchen.

Flohpopulation in der Umgebung
Nur ein kleiner Teil der Flohpopulation (nämlich 1 – 5 %) besteht aus adulten, blutsaugenden Flöhen. Die restlichen 95 % setzen sich aus Eiern, Larven und Puppen zusammen und befinden sich für den Halter unsichtbar in Nischen und Ritzen der Umgebung. Flöhe und ihre Entwicklungsstadien sind nicht streng auf einen Wirt angewiesen; wenn sie abfallen, können sie auch in der Umgebung monatelang überleben, wobei dunkle, schwer zugängliche Rückzugsmöglichkeiten bevorzugt werden.

Aus diesem Grund ist die Umgebungsbehandlung bei Flohbefall so wichtig. Es reicht häufig nicht aus, nur den Wirt mittels eines Spot-on’s oder per Tablette zu entflohen, da diese Behandlung nur auf die erwachsenen blutsaugenden Flöhe, die sich gerade am Tier befinden, ausgerichtet ist. Um den Flohzyklus zu durchbrechen und die gesamte Flohpopulation (Eier, Larven und Puppen) zu beseitigen, ist eine konsequente Reinigung und Behandlung der Umgebung erforderlich.

Zur Umgebungsbehandlung können ein Fogger und/oder ein Umgebungsspray verwendet werden. Der Fogger versprüht selbstständig einen feinen Nebel, wodurch die Wirkstoffe gleichmäßig auf allen zugänglichen Flächen verteilt werden. Das Umgebungsspray wird dagegen direkt vom Anwender versprüht, was eine gezielte Behandlung bestimmter Bereiche zulässt. Dies ist notwendig, da Flöhe sowie Flohlarven lichtscheu sind und sich deshalb häufig an schwer zugänglichen Stellen aufhalten (hinter Schränken, unter Sofas, im Kleiderschrank etc.). Auch kann es notwendig sein z.B. das Auto mit zu behandeln.

Wussten Sie schon?
Ein Floh kann bis zu 60 cm weit springen. Ein weiblicher Floh legt etwa 50 Eier pro Tag (2000 während des Flohlebens). Ein Floh sticht etwa 10 x mal pro Tag zu. Flöhe sind sehr schreckhaft, wenn sie bei ihrer Mahlzeit gestört werden, deshalb gibt es (auch bei Menschen) häufig mehrere Flohstiche in Form von „Flohstraßen“. Die Lebensdauer eines adulten Flohs beträgt mehrere Wochen bis Monate.

 

Abb. 1. – Potentielle Rückzugsorte von Flohlarven, die bei der Bekämpfung berücksichtigt werden sollten

Rückzugsorte der Flohpopulation / Behandlungsschwerpunkte
Floheier fallen vermehrt dort vom Tier ab, wo das Tier schläft und sich oft aufhält, aber auch an Stellen, an denen Tiere hoch- oder runterspringen (z.B. Treppe, Bett, Sofa, Fensterbank) oder sich häufiger schütteln (z.B. beim Halsband an-/ausziehen). Die aus den Eiern geschlüpften Flohlarven meiden das Licht und sind durchaus mobil, deshalb befinden sich Larven und Puppen häufig in Ritzen, Nischen und Ecken und sind somit schwer zu erreichen. Bei hartnäckigem Flohbefall führt in der Regel nur eine Kombination aus der Behandlung der Tiere über mehrere Monate, einer Umgebungsbehandlung mit Fogger und Spray sowie gründlicher Reinigung zum Erfolg.

Inhaltsstoffe EktoDerm Fogger und Umgebungsspray:
EktoDerm® Fogger und Umgebungsspray enthalten die Insektizide Permethrin und Tetramethrin, die schnell und zuverlässig Flöhe und Flohlarven abtöten. Sie sind darüber hinaus auch wirksam gegen andere Schädlinge wie Zecken, Fliegen und Schaben. Piperonylbutoxid verstärkt diese Eigenschaften, indem es den Abbau der Wirkstoffe durch den Flohorganismus hemmt, wodurch die Wirkzeit verlängert und die Wirkung verstärkt wird. Der Wachstumshemmer Pyriproxifen verhindert darüber hinaus die Entwicklung von Floheiern und Flohlarven.

Wann hat die Behandlung keinen Erfolg?
Resistenzen gegenüber den Wirkstoffen sind selten, können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Häufiger kommt es dagegen vor, dass sich noch Flöhe an Stellen aufhalten, die nicht mit dem Wirkstoff benetzt wurden. Solche „Flohreservoirs“ können sich z. B. in Ritzen und Ecken, unter Betten, hinter Leisten, in oder unter Schränken, unter den Dielen oder in einer nicht gewaschenen Hundedecke befinden. Insbesondere bei massivem Flohbefall können so unter Umständen in kürzester Zeit wieder zahlreiche Flöhe „auftauchen“. Da sich verpuppte Flohlarven häufig an schwer zugänglichen Stellen befinden und zusätzlich sehr widerstandsfähig sind, können bis zu einem halben Jahr neue Flöhe schlüpfen.

Eine häufige Fehlerquelle liegt auch in der Anwendung des Foggers: Sofern der Inhalt des Foggers nicht für die gesamte Fläche der Wohnung ausreicht oder der Fogger so ungünstig aufgestellt ist, dass der wirkstoffhaltige Nebel nicht überall hingelangen kann, wird nicht die gesamte Flohpopulation abgetötet.

Zu bedenken ist weiterhin, dass auch der Mensch als Überträger von Flöhen genutzt wird, so dass sich z. B. im Auto eine Flohpopulation entwickeln kann, obwohl sich niemals ein Tier in diesem aufgehalten hat.

Bei massivem Flohbefall und in Problemfällen kann es daher in Einzelfällen notwendig sein, einen Fachmann (Kammerjäger) hinzuzuziehen, der die Situation vor Ort beurteilen und entsprechende Maßnahmen ergreifen kann.

 

Da die Flohbekämpfung aufwendig sein kann und der Leidensdruck in den betroffenen Haushalten sehr groß ist, steigt das Bedürfnis nach einer umfassenden und zeitaufwändigen Beratung. Broschüren und Flyer zur Flohbekämpfung erleichtern den Wissenstransfer von der Praxis zum Patientenbesitzer, reduzieren Fehlerquellen und tragen so zur Zufriedenheit aller Beteiligten bei.

Unsere vollständige Broschüre mit Tierhalter-Informationen steht Ihnen hier zum Download bereit.

 

Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformation lesen.

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